EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE HÄHNLEIN

Betrachtung

Liebe Leserin,
lieber Leser,

v. Onze hulp is in de Naam van de Heer
a. Die hemel en aarde gemaakt heeft

dieses kurze Bekenntnis stand am Anfang des Gottesdienstes in der Zionskerk in Oostkapelle, den ich in meinem Urlaub dort besucht hatte. Und auch uns ist dieses Wort bekannt, weil wir es in gleicher Weise zu Beginn des Gottesdienstes in den Mund nehmen:

Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN
Der Himmel und Erde geschaffen hat (z.B. Psalm 124).

Und von diesem Gottesdienst möchte ich ein wenig erzählen. Ich bin ungefähr um 1⁄4 vor zehn an der Kirche gewesen, der Parkplatz war schon reichlich mit Fahrrädern gefüllt, und Menschen strömten in den ziemlich neuen Kirchenbau. Im Eingang wurde ich freundlich begrüßt und mit einem Blatt für den Gottesdienst ausgestattet. Mein niederländisches Gesangbuch war, wie ich später merken sollte, eigentlich nicht nötig. Mein Wunsch, möglichst hinten einen Platz zu bekommen war längst nicht mehr erfüllbar: der Kirchsaal war bereits bis zu 2/3 gefüllt mit jungen und älteren, Einheimischen wie Urlaubern. Also blieb mir nur die Möglichkeit, mich ziemlich vorne zu platzieren. Kurz darauf waren auch diese Reihen voll, und man öffnete eine Seitenwand. Bis zum eigentlichen Beginn erklang leise Orgelmusik. Nach dem ersten Psalmlied folgte die Begrüßung durch den diensthabenden Kirchenvorsteher, beim folgenden Eingangslied zogen Mitglieder des Kirchenvorstandes mit dem ‚Predikanten‘ (Pfarrer) ein, mit dem sie im Eingang zuvor ein Gebet gesprochen hatten. Zu diesem Gesang erhob sich die Gemeinde. Es folgten Lesungen zum Sonntag, ebenfalls durch Mitglieder des Kirchenvorstandes (‚ouderlinge‘-Kirchenälteste). Vor der Predigt wurden die Kinder zum Kindergottesdienst eingeladen, die ihre Kerze an der Osterkerze entzündeten und in einen eigenen Raum gingen. Es mögen ungefähr zwanzig Jungs und Mädchen im Alter von sieben bis zwölf Jahren gewesen sein. Der Predikant sprach anschließend über das Evangelium von Maria und Martha und hatte dabei eine aufmerksame Zuhörerschaft. Seine Gedanken konnten während eines kurzen, meditativen Orgelspiels in einem jeden nachklingen. Anschließend forderte er die Gemeinde auf, sich doch zum Evangelium oder zur Predigt zu äußern, was dann auch zwei Männer taten.

Zum Dank- und Fürbittengebet nahm er wieder seinen Platz in der Kanzel ein - und wir blieben dabei sitzen, wie auch zum anschließenden Vater unser. Die Kinder kamen wieder zurück und wurden von ihm nach vorne gebeten. Hier durften sie berichten, was sie im Kindergottesdienst gelernt hatten und vor der Gemeinde erzählen. Das Lied „Nimm mein Leben, lass es, Herr, zugeeignet sein deiner Ehr. Mach meine Stunden, meine Zeit zu deinem Lob und Dienst bereit." - so aus dem Niederländischen übertragen. Es begleitete sinnhaft die Einsammlung der Kollekte womit deutlich wird, dass sie wichtiger Bestandteil des Gottesdienstes an sich ist und keine Nebensache beim Hinausgehen! (Übrigens hängen in den Kirchen dort die Klingelbeutel oft sichtbar für die Gemeinde vorne an den Wand.) Bei vielen unserer Gemeinde werden die Klingelbeutel bewusst auf den Altar gelegt - wir kennen es u.a. von der Sockensammlung- um deutlich zu machen, dass diese Gaben uns entzogen sind. - Noch einmal erklangen die kräftigen Stimmen der versammelten Gemeinde, der Segen beschloss den Dienst, alle waren zu Kaffee, Tee oder Limonade im Nebensaal eingeladen (ich will nicht verschweigen, dass ein Großteil gleich den Weg zum Ausgang gesucht hat - dennoch blieben einige und folgten der Einladung).

Der Gottesdienst hat mich beeindruckt aus vielerlei Sicht: ich denke an die Mitwirkung des Kirchenvorstandes, an das fröhliche, kräftige Singen der
Gemeinde (auch die niederl. Fassung von ‚Lobet den Herren, alle die ihn ehren / EG 447), an die Einbindung der Kinder, die Sammlung der Kollekte
vor dem Segen, die Möglichkeit, anschließend noch bleiben zu können.

In unserer Gemeinde sind wir auf dem Weg, die Einbindung des Kirchenvorstandes im Gottesdienst zu verstärken. Dies entlastet den Pfarrer wie
auch alle, die in Vertretung bei uns den Gottesdienst leiten und den Dienst der Verkündigung tun. Es sind wichtige Schritte zu einem gemeinschaftlichen Geschehen - oder anders: zu einer von vielen getragenen Feier des Gottesdienstes. Kommen sie, singen und beten sie mit, haben sie Teil am Wort, das Gott selbst an uns geschehen lässt. Sie sind von Herzen willkommen,

Ihr

Pfr.  Horst Seyberth

© 2018 Evangelische Kirchengemeinde Hähnlein
Letzte Änderung: 27.09.2016