EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE HÄHNLEIN

Betrachtung

AdventskranzSiehe, dein König kommt zu dir,
ein Gerechter und ein Helfer.
Sacharja 9,9

Liebe Gemeinde,
liebe Leserin, lieber Leser,

manchmal wünsche ich mir, dass ich im Blick auf die Weihnachtsvorbereitungen genau so früh bin, wie viele der Supermarktketten. Spätestens im Oktober liegen dort Stollen und anderes Weihnachtsgebäck in den Regalen. Für die Wirtschaft eine klare und vorausschauende Planung. Unsereins denkt eher in der Adventszeit an ́s Plätzchen backen und andere Weihnachtsvorbereitungen. Hinzu kommt in der Schnelligkeit der Zeit, dass -fast plötzlich- „schon wieder Weihnachten ist".

Im Blick auf das Wort des Propheten Sacharja allerdings muss ich feststellen, dass Gott mit seinen Planungen alles übertrifft: denn ungefähr fünfhundert Jahre vor der Geburt dessen den er verheißt, lässt er sein Volk von seinen Absichten wissen. Der Wochenspruch zum ersten Sonntag im Advent macht deutlich, wie sehr Gott daran interessiert ist, sein Volk, seine Geschöpfe zu retten, zu bewahren und zu erhalten. Er sieht auf die Not seines Volkes: Israel war gerade im Wiederaufbau begriffen, Jerusalem liegt noch öde, der Tempel muss erst wieder aufgerichtet werden. In diese Lebenssituation des Volkes Israel lässt Gott durch die Propheten seine Nähe und seine Treue verkünden. In alle Verlassenheit und in alle Ungewissheit, die sein Volk aufgrund eigener Schuld und Abkehr von Gott erfahren hat, steht er zu seinem Bund mit ihm.

Gott bleibt der, der für diese Welt streitet, auch wenn es immer wieder Könige und Präsidenten gibt, die dies für sich in Anspruch nehmen. Sein Wort ist machtvoll und es wirkt auf für uns bewundernswerte Weise die Geburt eines kleinen Kindes, das in einer Krippe zu finden ist. In ihm ist Gottes Treue und Nähe zu uns und allen Menschen ‚Fleisch geworden‘ wie es der Evangelist Johannes sagt. Also Gott als Mensch unter uns, damit wir werden, wozu er uns erdacht und geschaffen hat: Menschen nach seinem Bild. Wie wir das werden können, beschreibt der Liederdichter Paul Gerhard auf folgende Weise:

„Ich komme bring und schenke Dir was du mir hast gegeben. Nimm
hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und lass dir ́s wohlgefallen."
EG 37,1

Jesus hat so sein Leben ausgerichtet, darum ist er für uns und alle Welt zum Bild Gottes geworden, zum Menschen schlechthin. Er ist der verheißene König, dessen Kennzeichen Frieden und Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit und Liebe sind. Damit setzt er den Maßstab für alle, die leiten und regieren wollen. Er setzt diesen Maßstab auch für alle, die sich nach ihm nennen, für alle Christinnen und Christen, für uns als Kirche und Gemeinde. Er ist Gottes Geschenk an uns, und an ihn glauben und vertrauen lässt uns Mensch sein.

Ich wünsche ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit

Ihr

Pfr. Horst Seyberth

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Letzte Änderung: 30.01.2017