EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE HÄHNLEIN

Betrachtung

Christus-StatueSegen - Sendung - Handeln

Auf dem 709 Meter hohen Berg Corcovado steht die 38 Meter hohe Christus-Statue (Cristo Redentor). Segnend hält Jesus seine Hände über die Millionenstadt Rio de Janeiro die zu Füßen des Corcovado liegt.

„Gott segne Dich", liebe Gemeinde,

was kann man einem Menschen Persönlicheres auf den Weg geben, als diese drei Worte. Gott segne dich - darin steckt der Wunsch, dass der andere wohlbehalten seiner Wege gehe. Dass er behütet sei vor allen Gefahren und allem Bösen. Vor allem drückt sich in diesen drei Worten die Überzeugung aus, dass wir selbst das Gelingen unseres Lebens nicht allein garantieren können, sondern Gott derjenige ist, der uns „Schutz und Schirm vor allem Bösen", sowie Kraft und Mut „zu allem Guten" verleiht.

Segen ist eine Art ‚Wort-Handlung‘, die es seit Anbeginn der Menschen und der damit verbundenen Suche nach Gott gibt. Auch wenn wir Menschen Segensworte sprechen, so ist und bleibt doch Gott der Segnende. Eine sehr bekannte Geschichte aus dem Alten Testament erzählt von Jakob, der seinen Bruder Esau um den Segen der Erstgeburt betrügt. Und schon in der Schöpfungsgeschichte verheißt Gott dem Menschen seinen Segen: „Und Gott schuf den Menschen als Mann und Frau und segnete sie" Genesis 1, 28 So ist für uns gerade an den Wendepunkten unseres Lebens der Segen Gottes wichtig geworden. Die Worte, die am Schluss des Gottesdienstes gesprochen werden, sind Worte des Segens.

Schon die Einleitung hierzu mit der Aufforderung „Geht hin im Frieden des Herrn" lässt die Gemeinde antworten „Gott sei ewiglich Dank." Sie macht damit etwas von ihrem Auftrag deutlich, den sie durch den Gottesdienst mit auf den Weg bekommen hat: in Frieden und in Dankbarkeit die Zeit des Lebens zu verbringen. Und in ständig wiederkehrenden Rhythmus von sieben Tagen - der Zeit, in der Gott an der Schöpfung arbeitete und am siebenten Tag ruhte - wird uns immer wieder neu diese Kraft Gottes aufgelegt. Die Bibel erzählt uns, dass dieser Segen wirkt. Er hat heilsame Wirkung für Leib, Seele und Geist. Segnungen zielen darauf, dass wir unter Gottes Schutz leben können und behütet sind. Sie geben auf diese Weise Kraft und Stärke und stiften Gemeinschaft zwischen Gott und uns Menschen. Wer gesegnet durch das Leben geht, der ist auch offen für die Sorgen anderer, für ihre Nöte, für ihren Wunsch nach Segen. Das zeigen die Worte, die Gott einmal zu Abraham gesprochen hat: „Ich will dich segnen ... und du sollst ein Segen sein." Genesis 12,2 Es geht um empfangen und weitergeben, ohne die Auswirkungen in der Welt, in unserem Alltag, ist der Segen Gottes nicht zu verstehen. Beides gehört zusammen.

So halte Gott sie alle und diese ganze Welt fest in seiner Hand,

Ihr

Pfr. Horst Seyberth

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Letzte Änderung: 04.03.2017