EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE HÄHNLEIN

Betrachtung

Liebe Leserin, lieber Leser!

Herzlich willkommen im Club der Schaffer und Macher, der Projektmanager und Heimwerker! - Nicht wahr, das ist ein gutes Gefühl, wenn man sich selbst auf die Schulter klopfen kann und sein vollendetes Werk vor Augen hat. Sie wissen's ja aus der Werbung: „Wenn's gut werden muss...."

Na klar muss es gut werden. Niemand soll mir nachsagen können, dass ich gepfuscht, dass ich mein Projekt laienhaft ausgeführt habe. Deshalb muss immer gut werden, was ich anpacke. Und am Ende sollen es alle bewundern und mich für mein Geschick loben. Aber wir wissen schon: Was irgendwann einmal glänzend vollendet ist, hat meist eine lange mühevolle Vorgeschichte gehabt. Da gab es oft Rückschläge und Stillstand, manchmal auch völliges Scheitern und ein immer neuer Versuch, bis der Hausbau oder der Anbau endlich gelingen konnte. Sogar Ehen und Familien können darüber zu Bruch gehen - im schlimmsten Fall.

„Es ist vollbracht." Das hat auch mal einer gesagt vor 2.000 Jahren. Jesus, der niemals ein Haus aus Steinen gebaut hat, obwohl er ein anderes Mal verkündigte: „Ich kann den mächtigen und prunkvollen Tempel in Jerusalem abreißen und in drei Tagen wieder aufbauen." Dieses Wort hat er jedoch als Gleichnis verwendet, um den Menschen zu zeigen, welche gewaltige Bedeutung sein eigenes Leben und Sterben für alle Menschen hat. Aber freilich haben die meisten Leute ihn damals gründlich missverstanden, und seine Aussage wörtlich genommen. Viele haben in ihm nur allzu gern einen Aufrührer und Terroristen gesehen, der sich gegen die Gebote und Gesetze Gottes auflehnen will und sich selbst an Gottes Stelle setzt. Deshalb fragt Jesus dann auch seine Jünger: „Für wen haltet ihr mich denn?" Nur einer hatte damals den Mut und die Offenheit zu sagen, was eines Tages, wenn Jesus in Macht und Herrlichkeit wiederkommen wird, alle Menschen bekennen müssen, ob sie zu Lebzeiten wollten oder nicht: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes." Aber was tut dieser herrliche Gottessohn damals? Er erfüllt, was er in seinem Gleichnis verheißen hat: Er zerstört den Tempel seines göttlichen Lebens, indem er sich unschuldig von den Oberen seines eigenen Volkes Israel zum Tode verurteilen und durch den römischen Gouverneur Pilatus kreuzigen lässt.

Jesus leistet keinen Widerstand. Er macht deutlich: Nur durch meinen Tod können Menschen in den Himmel kommen. Nur dadurch, dass
ich, der Sohn des lebendigen Gottes, alle menschliche Schuld aller Zeiten mit meinem Leben bezahle, kann es für jeden Menschen, der mich jetzt schon in sein Leben aufnimmt und mir in diesem Leben nachfolgt, ewiges Leben bei Gott geben. Deshalb ist das Ziel seines irdischen Lebens erreicht, als Jesus am Kreuz aufgerichtet stirbt. „Es ist vollbracht." Ist darum auch sein letztes Wort am Kreuz. Alles ist vollbracht, was für deine und meine Rettung nötig ist. Jesus stirbt für dich und mich ganz persönlich. Deine und meine Lebensschuld ist dort für immer bezahlt, wenn du das annehmen möchtest, wenn du Jesus für immer in die Mitte deines Lebens genommen hast. Am dritten Tag ist Jesus auferstanden von den Toten und hat dadurch den Tempel seines Lebens wieder neu errichtet. Und damit auch für dein und mein ewiges Leben gesorgt, wenn er für immer der Herr deines Lebens sein darf. Nun musst du nicht mehr weiter selbst der Manager deines Lebens bleiben, nicht mehr weiter dafür sorgen, dass du von anderen gelobt, verehrt und bewundert wirst. Der Wert deines Lebens hängt nie mehr davon ab, was andere über dich denken, sondern allein davon, dass Jesus alles am Kreuz vollbracht hat, alles gut gemacht hat, was unter unseren Händen zerbrochen ist. Lass den Monatsspruch für
März aus dem Johannesevangelium, Kap. 19, Vers 30 über deinem Leben stehen - für immer: „Es ist vollbracht." Jesus hat alles gut gemacht und du darfst bei und mit ihm leben - für immer.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete und froh machende Passions- und Osterzeit!

Ihr Pfarrer Michael Klesy

© 2018 Evangelische Kirchengemeinde Hähnlein
Letzte Änderung: 28.03.2018