EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE HÄHNLEIN

Betrachtung

Pfarrerin FrickeLiebe Leserinnen und Leser,
liebe Hähnleiner,

mein erster Arbeitsmonat in Hähnlein liegt hinter mir. Die Termine und Aufgaben nahmen gleich ihren Lauf. Vor allem aber waren die zurückliegenden Wochen geprägt von vielen neuen Begegnungen und einem rundum herzlichen Willkommen, das mir und meiner Familie von allen Seiten entgegenschlug.

Der Gottesdienst zum Gemeindefest, bei dem ich als Hähnleiner Pfarrerin eingeführt wurde, wird mir mit seiner schönen Musik und den guten Segenswünschen noch lange in Erinnerung bleiben. Da ich nicht jedem die Hand schütteln und leider mit viel zu wenig Leuten auf dem Fest ein paar Worte wechseln konnte, bedanke ich mich an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich bei allen, die da waren, mitgemacht und mitgefeiert haben. Nachdem ich nun schon zwei Feste hier miterlebt habe, weiß ich: Wo in Hähnlein gefeiert wird, gibt es gut und reichlich zu essen. Den Wert der Geselligkeit, die mit dem gemeinsamen Essen einhergeht und die Freude an guten Lebensmitteln spüre ich in dieser ländlich geprägten Gemeinde.

So denke ich, dass auch das Erntedankfest ein Höhepunkt im Jahreskreis wird. Wir feiern es diesmal schon im September, weil die Herbstferien sehr früh beginnen. Danken wollen wir für alles, was gewachsen ist. Danken wollen wir auch in diesem Jahr - vielleicht gerade in diesem. Ohne dabei zu vergessen, dass hinter den Bauern und Kleingärtnern ein schwieriger Sommer liegt mit der lang anhaltenden Trockenheit. Erst kürzlich hörte ich im Radio einen Bericht über einen Milchbauern, der in den Hitzewochen im August mehrere Kühe notschlachten musste, weil er nicht mehr genug Futter für alle hatte. Für ihn und viele andere Betroffene wird sich der Dank vor Gott auch mit Traurigkeit mischen.

Und doch ist uns allen bewusst, welch ein Privileg es ist, in unserem Land trotz solcher Unwägbarkeiten der Natur sicher und im Wohlstand leben zu können. Der Endverbraucher muss eventuell ein wenig mehr ausgeben für die Lebensmittel. Aber Mangel ist den Supermarktregalen nicht anzusehen; die Auswahl ist so reichhaltig und die Qualität so hervorragend wie immer. Die Möglichkeit, gut zu essen und gesellig beisammen zu sein ist uns unbenommen.

Dafür danken wir Gott beim Erntedankfest. Und nicht nur dafür, sondern für so vieles, was wir unverdient aus Gottes Hand empfangen: für die Menschen an unserer Seite, für schöne Erlebnisse, Lebensfreude, Bewahrung in Not, für unser Wissen und Können und alles, was uns gelungen ist. Kurz: für Gottes Segen, den wir erfahren haben. Segen entfaltet seine Kraft dort, wo wir ihn nicht festhalten, sondern weiterfließen lassen. So heißt es im Hebräerbrief:

Gutes zu tun und mit anderen zu teilen vergesst nicht;
denn solche Opfer gefallen Gott.

Hebräer 13, 16

Vergesst nicht... Erntedank erinnert uns alljährlich auch an unseren Auftrag als Christen, uns im Namen Jesu für eine gerechtere Verteilung der Güter einzusetzen. Wer hat, hat auch Verantwortung. Denn Gott will, dass alle Menschen auf Erden satt werden von dem, was wächst und reift, dass alle sauberes Trinkwasser, Luft zum Atmen und ein Dach über dem Kopf haben. Darum sammeln wir wie jedes Jahr an Erntedank für „Brot für die Welt". Seien Sie dabei, danken Sie mit und helfen Sie mit, Gutes zu tun. Am

23. September um 10 Uhr in unserer Kirche.

Herzlich grüßt Sie, auch im Namen der Kirchenvorstände und Mitarbeitenden

Ihre Pfarrerin

Julia Fricke

© 2018 Evangelische Kirchengemeinde Hähnlein
Letzte Änderung: 10.10.2018