EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE HÄHNLEIN

Betrachtung

Pfarrerin Fricke

Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes,
unseres Heilands, machte er uns selig.
Titus 3, 4-5a

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit dem Vers aus dem neutestamentlichen Titusbrief grüße ich Sie herzlich in diesen Tagen, wenn wir uns wieder auf den Weg durch die Adventszeit machen und uns vorbereiten auf Weihnachten - das Fest der Freundlichkeit und Menschenliebe.

Von der Geburt in Bethlehem, von Engeln und Hirten ist in diesem Bibelvers nicht die Rede. Auch nicht von Waisen aus dem Morgenland. Und doch strahlt darin in wenigen Worten der ganze Glanz der Weihnachtsbotschaft auf: Gott thront nicht in fernen Himmeln, um die Geschicke der Welt von außen zu lenken. Nein, er ist tief verwoben in Wohlund Wehe, Glück und Last der Menschen. Gott ist unter uns Menschen erschienen!

Merkwürdig eigentlich, dass wir den Anstoß Gottes zur Freundlichkeit und Menschenliebe immer wieder brauchen. Müssten nicht wir als Menschen die Experten
für Menschlichkeit sein? Und doch sieht die kalte Wirklichkeit an vielen Stellen auf unserer Welt anders aus. Unzählbar die vielen, für die dieser Planet kein Ort der Seligkeit ist: weil sie im Krieg leben, weil sie von Hunger oder Unrecht verfolgt sind, weil Krankheit sie plagt oder das Grauen endloser, eintöniger, einsamer Tage.

Vielleicht käme Gott heute in einem überfüllten Flüchtlingszelt in
Aleppo zur Welt. Vielleicht überbrächten die Engel ihre frohe Kunde in einem vom Personalmangel gebeutelten Pflegeheim. Dort, wo man Engel braucht. „Mach es wie Gott, werde Mensch!“, sagt ein Sprichwort. So sind wir alle Jahre wieder gerufen,uns berühren zu lassen von der göttlichen Kraft, die im Kind von Bethlehem auf die Erde kam und die menschlicher ist, als wir es oft sind. Gott zeigt uns in Jesus, was wahres Menschsein bedeutet. Er zeigt uns damit auch, welch ein großes Geschenk es ist, Mensch
sein zu dürfen, wie froh es macht, einander freundlich und liebevoll zu begegnen.

Im Odenwald lernte ich ein älteres Ehepaar kennen, das sich seit Jahrzehnten an den Adventssonntagen mit den Nachbarn im Haus trifft, um einander Geschichten vorzulesen. Inzwischen ist der Nachbar gestorben; die schwer kranke Witwe kommt nicht mehr nach draußen. So sitzt das Ehepaar Sonntags im Dezember um ihr Bett versammelt und hält den Brauch aufrecht.

Solche kleinen Begebenheiten sind es, durch die wir Gottes Freundlichkeit und Menschenliebe zueinander tragen. Solche allermenschlichsten Momente wünsche ich auch Ihnen und uns allen hier in Hähnlein in diesen Wochen des Advents. Gerne tun auch wir als Ihre Kirchengemeinde etwas für die Begegnung untereinander: mit unseren Gottesdiensten, mit dem Adventsnachmittag der Frauenhilfe am 5. 12., den Adventsandachten Mittwochs um 19 Uhr und natürlich den Christvespern am Heiligen Abend.

Nehmen Sie sich Zeit dabei zu sein!

Herzlich grüßt Sie, auch im Namen
der Kirchenvorsteher und Mitarbeitenden

Ihre Pfarrerin

Julia Fricke

 

 

Pfarrerin Fricke wird den
Kirchengockel für den
Monat Februar in der
Rodauer Straße und Am
Holzlachgraben austragen.
 

© 2018 Evangelische Kirchengemeinde Hähnlein
Letzte Änderung: 04.12.2018