EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE HÄHNLEIN

Betrachtung

Pfarrerin Julia Fricke Liebe Leserin, lieber Leser,

es läutet auf unserem Titelbild vom schneebedeckten Hähnleiner Kirchturm. (Nein, ein Bild kann natürlich nicht läuten. Aber die Uhr zeigt kurz nach 11. Und da läutet es.) Ich finde es schön, dass in Hähnlein die Kirchenglocken noch heute auf volkstümliche Weise eine wichtige Rolle im Dorfleben spielen. Dass sie erklingen, um bekannt zu geben, wenn ein Gemeindeglied gestorben ist. Dass sie uns erinnern an frühere Zeiten, als mit Geläut vor Pest oder Flut gewarnt wurde und die Menschen ihren Arbeitstag noch am Tagzeitengeläut ausrichteten.

Vor allem aber - früher wie heute- rufen uns die Glocken zum Gebet. Sonntags natürlich, wenn Gottesdienst gefeiert wird. Aber warum nicht auch unter der Woche am Vormittag um 11? Das Geläut mitten am Tag kann eine Erinnerung sein: 'Halt mal kurz inne in dem, was du gerade tust. Nimm dir einen Moment Zeit für Gott. Schau auf, atme durch. Sieh auf diesen Tag, den Gott dir schenkt. Denke an die Menschen, die zu dir gehören und vielleicht gerade woanders sind.

Der Theologe Johann Baptist Metz schrieb: „Gebet ist Unterbrechung. Es unterbricht die tausend Wichtigkeiten des Alltags.“ Keine Arbeit ist so wichtig, dass sie nicht kurz ruhen könnte für ein Gebet, dass nicht zumindest ein Gedanke an Gott noch dazwischen passt. Und wenn dann am Sonntag wieder alle Glocken mit vollem Klang zum Gottesdienst einladen, dann machen Sie sich doch auf und feiern mit! In Gemeinschaft zu beten ist schließlich noch schöner als allein.

Herzlich grüßt Sie Ihre Pfarrerin

Julia Fricke

© 2018 Evangelische Kirchengemeinde Hähnlein
Letzte Änderung: 02.03.2019