EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE HÄHNLEIN

7 Wochen ohne - Fastenzeit

Schon seit einigen Jahren habe ich für mich beschlossen, ab Aschermittwoch zu fasten. Fasten hat für mich nicht nur religiöse Gründe, sondern auch gesundheitliche. Ich hatte immer viel Migräne und meine Haut machte mir auch Probleme. Diese Probleme habe ich nun einigermaßen „im Griff". In der Fastenzeit verzichte ich auf Süßes, Kaffee, schwarzen Tee, Alkohol und möglichst auf Weißmehlprodukte (Brötchen).

Jutta DiemEin ganzes Jahr auf Schokolade zu verzichten fällt mir als Naschkatze denn doch zu schwer. Aber 7 Wochen ist zu schaffen. Um den Vorsatz zu fasten umzusetzen erzähle ich immer schon ein paar Wochen vorher, dass ich ab Aschermittwoch fasten werde und auf die genannten Dinge verzichten werde. So bin ich unter Zugzwang und muss meine Willensstärke - auch für mich - unter Beweis stellen. Besonders schwer fällt es mir nicht. Und im Hinterkopf ist ja auch die Aussicht, dass es bald wieder anders geht. Während dieser Zeit versuche ich auch mindestens eine Woche „Heilfasten" durchzuziehen. Das bedeutet, 7 Tage Verzicht auf feste Nahrung. Nur Kräutertee (ungesüßt), Wasser und Gemüsebrühe sind erlaubt. Auch hier setze ich mir einen festen Termin. Ich habe festgestellt, das geht am besten nach 14 Tagen, denn da hat sich der Körper schon etwas umgestellt und der Beginn fällt dann nicht so schwer. Hungergefühl stellt sich auch nicht ein, besonders nach dem 3. Tag, wenn der Darm entleert wurde. Sollte ich dennoch „Gelüste" verspüren, trinke ich langsam eine Tasse heißen Tee. Es macht mir auch nichts aus, während dieser Zeit für die Familie zu kochen und zu backen. Ich setzte mich mit mei- ner Tasse Brühe oder Tee mit an den Esstisch und leiste den Essern Gesellschaft.

Es freut mich, wenn es ihnen schmeckt. Ich lebe „ganz normal" weiter. Ich verrichte meine Arbeit - als ich noch berufstätig war - und ich habe auch keine schlechte Laune. Im Gegenteil, ich bin gut drauf. In Versuchung geführt wird man manchmal durchs Fernsehen. Man wird sich erst dann bewusst, wenn man verzichtet, wie oft im Fernsehen gegessen und getrunken wird oder darüber gesprochen - von Werbung ganz zu schweigen. Auch einige Freunde und Bekannte können es nicht verstehen, aber das hält mich nicht vom fasten ab.

7 Wochen ohneLeider wirkt sich das Fasten nicht nachhaltig auf das Gewicht aus. Aber meine Hautprobleme haben sich wirklich gebessert. Mein Selbstbewusstsein wurde gestärkt, denn ich habe Willensstärke bewiesen und ich habe auch gelernt „Nein" zu sagen ohne große Erklärungen abzugeben. Der Aschermittwoch als Fastenbeginn ist ein guter Termin, denn der Winter - die „dunkle Jahreszeit" geht vorbei. Die Tage werden länger, das Wetter in der Regel besser, die Natur erwacht und man ist wieder aktiver draußen.

Fasten - das ist für mich Frühjahrsputz für Körper, Geist und Seele. Probieren Sie es doch mal aus.

Jutta Diem

© 2018 Evangelische Kirchengemeinde Hähnlein
Letzte Änderung: 03.03.2019